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Ortschaft Dörrigsen

 TSV "Jahn" Dörrigsen e.V.

 


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Historisches

Der TSV „Jahn“ Dörrigsen e.V. feierte am 1. Juni 2001 sein 100jähriges Vereinsjubiläum.

Wenn ein Turn- und Sportverein 100 Jahre Vereinsgeschichte geschrieben hat, dann stellt sich die Frage nach der geschichtlichen Entwicklung, die zur Entstehung der Turn- und Sportvereine in Deutschland geführt hat.

Die Philanthropen im Zeichen der Aufklärung gestalten die Leibesübungen neu

Die geistigen Wegbereiter der Turnvereine in Deutschland waren die Philanthropen, die eine Erziehung zur Natürlichkeit, Vernunft und Menschenfreundlichkeit in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts neben der pädagogischen Neugestaltung der bürgerlichen Leibesübungen im Zeichen der Aufklärung anstrebten. Die Aufklärung wurde von dem Philosophen KANT (Kritik der reinen Vernunft 1781) maßgeblich mitbestimmt, die er wie folgt definierte: Die „Aufklärung“ will die Menschen zum bewussten und erweiterten Gebrauch ihres Verstandes führen und damit auf die Pflicht zu selbstbewusstem und verantwortungsvollem Handeln hinführen.

Vom Ideengut der Aufklärung wird auch die philanthropische Leibeserziehung getragen, denn es ist das Ziel ihrer Repräsentanten, eine vernunft- und zeitgemäße Bildung für alle Stände zu schaffen. Die körperliche Erziehung war bislang eine Domäne des Adels und sollte nun den bürgerlichen Schichten dienstbar gemacht werden. Im Bestreben, die Leibesübungen der höheren Stände in die allgemeine Erziehung zu übertragen, spiegelt die Hoffnung auf eine durchgreifende Demokratisierung der Adelskultur.

Sie findet im Jahnschen Turnen später ihren Abschluß. Zu den Leibesübungen der führenden Philanthropen BASEDOW in Dessau und SALZMANN sowie GUTSMUTHS in Schnepfenthal nahe Gotha, gehörten die Grundübungen des Laufens, Springens, Kletterns, Tragens und Balancieren, sowie Reiten Fechten und Voltigieren.
GUTSMUTHS Hauptwerk „Gymnastik für die Jugend“ (1793) enthielt die theoretischen Grundlagen philanthropischer Leibeserziehung. Außerdem beschrieb er ausführlich die medizinische Begründung der Leibeserziehung. Er lehrte ebenso Schwimmen und einige Spiele, die den Geist, Körper und die Sinne schulen sollten.

Ziele des Jahnschen Turnens

JAHN berief sich in seiner „Deutschen Turnkunst“ (1816) auf GUTSMUTHS, als er vermerkte, dass GUTSMUTHS und VIETH „Versuch einer Enzyklopädie der Leibesübungen“(1794/95) das bisherige aus dem Mittelalter und der Renaissance überlieferte Übungsgut geschichtlich und systematisch dargestellt, verständlich erklärt haben und die Leibesübungen in die Erziehung fest eingebunden hätten. JAHN erweiterte allerdings das Übungsgut beträchtlich, erfand Reck und Barren und legte besonderen Wert auf die „Turnspiele“. Schließlich unterschied sich das Jahnsche Turnziel kaum von den Philanthropen, weil es in beiden „Bewegungen“ um eigenständige Formen leiblicher Erziehung und ein Sich-Öffnen zur Gesellschaft ging.
Bei JAHN kommt aber ein revolutionäres Element hinzu, denn zu der Zeit bestand Deutschland aus zahlreichen Kleinstaaten. JAHN versteht unter dem „Vaterländischen Turnen“, dass Feste und Feiern zur Erinnerung bedeutender historischer Ereignisse ebenso gehörten, wie die Öffentlichkeit, der Genossenschaftsgedanke des Turnbetriebs und die turnerische Gleichtracht.
Indem sich die Turner für die Befreiung ihres Vaterlandes von Napoleon einsetzten, forderten sie auch das Recht, die Geschicke des Staates durch eine freiheitliche Verfassung mitzubestimmen und wurden so zu einem Politikum. Beeinflusst von den Ideen der Französischen Revolution 1789, propagierte JAHN eine nationale Erziehung, um mündige Staatsbürger heranzubilden und forderte die Abschaffung der Adelsprivilegien, den Aufbau eines Volksheeres anstelle eines Söldnerheeres und die Beseitigung von Knechtschaft und Unterdrückung jeglicher Art. Außerdem strebte er die Einheit Deutschlands an.

Seine Vorstellungen vom Turnen sollte keine einseitig auf militärischen Drill ausgerichtete Körperbildung sein und auch frei sein von Schulsteifheit. Vielmehr sollten seine Schüler und Studenten unabhängig von staatlicher Einflussnahme ein wesentlich breites Angebot an körperlicher Ertüchtigung erfahren.

Der Begriff Turnen (laut der Sprachwissenschaft kommt er von wenden und runden), der eine Wortschöpfung JAHNS ist, beinhaltet, die Vielfalt gymnastischer Übungen zu betreiben.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass sich die beiden geschichtlichen Entwicklungslinien Turnen und Sport in der 100jährigen Vereinsgeschichte des Turn- und Sportvereins (TSV) „Jahn“ Dörrigsen und widerspiegeln.